Subskription 2011
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Donnerstag, 06.03.2006 - Stimmungsbericht
Im Dezember vergangenen Jahres bereits war Michael Grimm (Bacchus Vinothek) für einige Tage in Bordeaux, um dort erste Erfahrungen über den Jahrgang 2005 zu sammeln. Für Verkostungen war es natürlich noch zu früh, da die meisten Weine noch in der malolaktischen Gärung steckten. Lediglich den D'Agassac konnte er aus verschiedenen Fässern verkosten. Sein Urteil: Grossartig!! Der Reisebericht, den er uns zur Verfügung stellte, enthält aber interessante Meinungen und Stimmungen einiger der wichtigen Oenologen und Châteaubesitzer.

Die Besuche bei Jean-Luc Zell (d'Agassac), Anthony Barton (Leoville- & Langoa-Barton), Charles Chevalier (Lafite-Rotschild, Rieussec und L'Evangile), Jean-Guillaume Prats (Cos d'Estournel) oder Veronique Sanders (Haut-Bailly) waren sehr informativ, begeisternd und ernüchternd zugleich. Bei all diesen Châteaux handelt es sich um solche, welche ihre Ernte leicht und jedes Jahr verkaufen. Den 2004er Haut-Bailly hatte Vernonique innerhalb von einer halben Stunde verkauft. Und das Wort "Absatzprobleme" kennt man auf Leoville-Barton seit Jahren nicht mehr. Es war deshalb nicht zu erwarten, geschönte Informationen entsprechend des "winzerischen" Grundmottos "..der jüngste und noch nicht verkaufte Jahrgang ist grundsätzlich der beste" zu erhalten. Selbst Anthony Barton, welcher selbst bei der Vorbesprechung von Jahrgängen wie 2000 oder 2003 nicht von seiner irischen Zurückhaltung und Bescheidenheit abrückte, ließ sich zu einer Begeisterungs-Hymne auf den Jahrgang 2005 hinreissen. Auch die weiteren Gespräche lassen den Schluß zu, dass hier ein großartiger Jahrgang in den Kellern liegt. Erfreulich ist darüber hinaus, dass es wohl keine bevorzugte Region geben soll. Ob linkes oder rechtes Ufer, ob trockene Weißweine oder Sauternes, überall gab es strahlende Gesichter. Der Mix aus sehr warmen Tagen und kühlen Nächten hat offensichtlich allen Reben sehr gut getan.

Auch mit zwei Negociants hatte ich mich im Dezember getroffen, um deren Meinung zu hören. Sowohl diese als auch die Châteaubesitzer sahen die Gefahr, und hier kommt nun die Ernüchterung, dass vor allem die Amerikaner versuchen werden, alle Flaschen der gut bewerteten Weine an sich zu reißen. Dies wird nicht ohne Auswirkungen auf die Mengen für den europäischen und somit auch deutschen Markt und Preise haben. Insgesamt liegt die Erntemenge hinter der des 2004er Jahrgangs, was die Mengen noch zusätzlich zu begenzen drohte. Jedoch werden viele Châteaux im Vergleich zum 2004er deutlich weniger oder kaum Zweitweine erzeugen. Das Lesegut war offensichtlich von so homogen großartiger Qualität, dass davon ein Großteil als Grand Vin abgefüllt werden kann. Auch die vielen Clairets (kräftige Roséweine), welche es aus dem 2004er Jahrgang gab und welche vor allem deshalb erzeugt wurden, um die Rotweine gehaltvoller zu machen, wird es mit dem 2005er Jahrgang kaum geben. Insgesamt werden wir Bordeauxfreunde uns wohl auf einen großartigen Jahrgang mit limitierten Mengen und höheren Preisen gefasst machen müssen. Es wird somit wiederum ratsam sein, sich, neben einigen Flaschen der besten Weine, sehr gut bewertete "kleinere" Châteaux zu sichern.
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