Subskription 2011
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Donnerstag, 08.07.2007 - Prestige hat seinen Preis
In einem Artikel für den Wirtschaftsteil der Neuen Zürcher Zeitung hat Philipp Schwander MW die „Preisexzesse bei den Bordeaux:-Weinen“ analysiert und spricht von einer klaren Polarisierung des Marktes in „Prestigeweine“ und „Trinkweine“.
„Die renommierten Châteaux haben sich vom normalen Marktgeschehen völlig abgekoppelt und können mittlerweile zu Preisen verkaufen, die in keinem Verhältnis zum realen Wert ihrer Weine stehen. […] Die Einteilung des Marktes in «Prestigeweine» und «Trinkweine» erscheint deshalb durchaus sinnvoll. Charakteristisch für das derzeitige Marktgeschehen ist, dass die gefragtesten Prestigeweine am schnellsten verkauft wurden, wogegen der Verkauf der Trinkweine nicht immer reibungslos verlief.“
Schwander sieht auch einen Zusammenhang zu den aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten in den aufstrebenden Volkswirtschaften Osteuropas und Asiens.
„Im Fall des 2006ers trafen überraschend wohlwollende Bewertungen von Parker mit einer sehr guten Konjunktur und boomenden Finanzmärkten in aufstrebenden Ländern zusammen. Eine unerwartet grosse Händlernachfrage aus diesen neuen Märkten verleitet die Produzenten jetzt – man kann ihnen dies nicht verargen – zu
entsprechend hohen Preisen. Ob die Konsumenten in den traditionellen Absatzmärkten darauf gleichgültig reagieren werden, ist mehr als fraglich. […] Es ist zudem unwahrscheinlich, dass spekulative Käufe der 2006er Weine lohnenswert sind. Die Preise mittelmässiger Jahrgänge haben sich selbst bei den gefragtesten Châteaux langfristig nie günstig entwickelt. […] Es wäre jedenfalls nicht abwegig, den Absatz der teuersten Bordeaux als Abbild der Entwicklung an den Finanzmärkten in aufstrebenden Volkswirtschaften zu betrachten.“
Dazu passend ein Report in der Juli-Ausgabe von CAPITAL mit dem Titel „Aus Ost wird West“ über den Einkaufstourismus zahlungskräftiger Kunden aus Tschechien und Polen und die rasante Aufholjagd Osteuropas beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Kaufkraftstandards. Danach verringert sich das Wohlstandsgefälle in der EU schneller und deutlicher als erwartet.
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