Subskription 2011
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Donnerstag, 30.08.2005 - Klimawandel
Erzwingt die Natur durch die Auswirkungen des Klimawandels in Bordeaux einen anderen als den gewohnten Weinstil? Mit dieser Frage sehen sich derzeit die Winzer und Önologen in den verschiedenen Appellationen der Region angesichts der anhaltenden Trockenheit konfrontiert. Die nüchternen Zahlen sprechen für sich. Im Durchschnitt der letzten 30 Jahre fielen im Bordelais statistisch gesehen 922 mm Niederschläge pro Jahr und dies meistens mit der erwünschten Verteilung ? nasser Winter, trockener Sommer. Seit der Jahrtausendwende zeichnet sich in diesem Punkt eine dramatische Entwicklung ab.

Die jährliche Niederschlagsmenge nahm rapide ab. In dem für das Wachstum der Reben relevanten Vergleichszeitraum (01.09.2004 ? 28.08.2005) fielen im Jahr 2004/2005 nur 520 mm Regen. Das ist deutlich weniger als in den vorangegangenen Jahren:
2001: 1231 mm
2000: 1173 mm
2004: 791 mm
2003: 756 mm
2002: 600 mm
2005: 520 mm
Die Weinbaugebiete des Aquitaine allen voran Bordelais und Libournais, so kann man diese Zahlen interpretieren, bewegen sich im Augenblick an der Grenze zu einer anderen Klimazone. Weg vom maritim geprägten gemässigten Klima Westeuropas hin zu einem trockenen, eher mediterranen bzw. kontinental geprägten Klimatypus. Dies allerdings verbunden mit vergleichsweise milden Wintern. Sollte diese Entwicklung von Dauer sein, bliebe dies nicht ohne Auswirkung auf den Bordelaiser Weintyp. Eine vergleichbare Situation hatte es zuletzt in den Jahren 1945 bis 1953 gegeben. Viele Wein aus jener Zeit erwiesen sich als extrem langlebig, waren aber oft von einer schon fast portweinartigen Süsse und exotischen Würzenoten geprägt.
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