Subskription 2011
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Donnerstag, 14.09.2008 - Eine Frage der Nerven
Das Pokerspiel um den Jahrgang 2008 in Bordeaux hat begonnen. Die Erzeuger stehen vor der Risiko-Frage: frühe Sicherheits-Ernte im September und chaptalisieren oder doch warten und auf einen schönen Oktober mit entsprechener Reife der Trauben spekulieren. Angesichts der derzeitigen Wetterprognosen keine leichte Entscheidung; denn jetzt steht der Jahrgang wirklich auf der Kippe. Noch mehr Regen und man kann ihn abschreiben, Beruhigt sich die Wetterlage dagegen und kommt es zu einem sonnigen Herbst ist noch einiges an Qualität drin.

Eins ist allerdings bereits definitiv klar: egal wie die Qualität letztlich sein wird, der Wein wird knapp. Das berichtet die Zeitung Le Figaro. Laut Bernard Farges, Präsident des Syndicat Viticole des Bordeaux et Bordeaux Supérieur, wird die Erntemenge bei den weissen Sorten 40 bis 50 Prozent unter 2007 liegen und bei den roten Sorten immer noch 10 bis 15 Prozent niedriger. Die Erträge werden nach Aussagen von Farges bei max. 30 bis 40 hl/ha liegen. Dies hat bereits erste Auswirkungen auf den Fassweinmarkt. So hat sich laut aqui.fr der Durchschnittspreis für Weissweine der Appellation Bordeaux und Bordeaux supérieurs bei ca. 1030 Euro pro tonneau (900 l) stabilisiert. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent. Das Conseil interprofessionnel du vin de Bordeaux (CIVB) sieht in einer ersten Einschätzungen für 2008 Ähnlichkeiten zu den Erntedaten der 1980er Jahre. Konkret vergleicht das CIVB laut Nouvelle Observateur 2008 mit 1988, einem klassischen Jahrgang. Daten wie die Jahresmitteltemperatur, Sonnenscheindauer Regenmenge und der voraussichtliche Erntezeitpunkt seien sehr ähnlich. Ich halte das für Wunschdenken. Wenn in den 1980er Jahren ein halbwegs vergleichbarer Jahrgang angeführt werden kann, ist es 1980. Das bleibt den Winzern aber hoffentlich erspart.
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