Subskription 2011
Letzte Einträge - Bordeaux Subskription 2011
Donnerstag, 26.04.2007 - Der Schwander-Report
Unter der Überschrift ?Einige sehr gute Weine, viele Enttäuschungen? berichtete Philipp Schwander M.W. am vergangenen Wochenende in der Sonntagsausgabe der Neuen Zürcher Zeitung sehr ausführlich über den Jahrgang 2006. Leider ist der Text online nicht frei verfügbar. Es handelt sich dabei um einen bemerkenswert realistischen Report zum einen, weil Schwander klar die klimatischen Fakten auf den Tisch legt, warum dieser Jahrgang allenfalls von mittlerer Qualität sein kann, zum anderen, weil er sich weder von den Lobhudeleien einige Händler und Kollegen sowie von der Zweckpropaganda vieler Erzeuger die Sinne vernebeln liess, sondernkritisch verkostete.

Da steht u. a. über die Folgen des sehr warmen, aber nassen September 2006 zu lesen:
?Viele Produzenten waren gezwungen, vorzeitig zu lesen, wollten sie nicht den grössten Teil ihrer Ernte verlieren. Dies erklärt auch, weshalb zahlreiche 2006er zu wenig reife und eine vergleichweise hohe Säure aufweisen. Der hohe Alkoholgehalt vermag nicht darüber hinwegtäuschen, dass die physiologische Reife vielerorts ungenügend war. [ ? ] So wird in den 2006er Ernteberichten der Produzenten die Zeit vor den Regenfällen in epischer Breite geschildert, die entscheidende Phase währen der verregneten Ernte jedoch nur am Rande erwähnt. Möchte man ein Jahr vom Potenzial her einstufen, empfiehlt sich immer ein Blick auf die ganz einfachen Weine. Bei diesen haben die Produzenten wenig Möglichkeiten einzugreifen: Regelmässiges Spritzen gegen Pilzbefall ist zu teuer und eine strenge Selektion wegen der tiefen Preise nicht möglich. Viele einfache 2006er sind ? im Gegensatz zu 2005 ? miserabel, kein besonders gute Omen für einen Jahrgang der von gewisssen Händlern bereits als ?sehr gut? eingestuft wird.?
Schwanders Fazit für die Weinliebhaber ist ein Rat zur Vorsicht: keine Eile zum Kauf.
?Für den Konsumenten stellt sich die Frage, ob zum jetzigen Zeitpunkt eine Subskription lohnenswert sei. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Châteaux die maximal möglichen Preise bereits bei der Subskription ausreizten, mit dem Resultat, dass die Notierungen vieler Jahrgänge lange unverändert blieben. Erst letztes Jahr, im Sog der teuren 05er zogen die Preise der älteren Jahrgänge deutlich an. Bei den meisten 06ern dürfte kaum Anlass zu besonderer Eile gegeben sein. Weil die Qualität sehr heterogen ist, empfiehlt es sich, erst einmal die Flaschenfüllung abzuwarten, um eine bessere Einschätzung der tatsächlichen Beschaffenheit des Jahrgangs vorzunehmen.?
Zurück
© C&D Weinhandelsgesellschaft mbH