Subskription 2011
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Donnerstag, 14.05.2009 - Bordeaux leidet am Parker Fieber
Die Primeur-Kampagne für den Jahrgang 2008 wird als eine der kürzesten und zugleich kuriosesten in die Annalen der Bordelaiser Weinwirtschaft eingehen. Wie selten zuvor wurde in diesen wenigen Wochen klar wie sehr die Châteaux und der Handel auf dem Platz Bordeaux am Tropf des US-amerikanischen Kritikers Robert Parker hängen, aber wie sehr auch er umgekehrt abhängig ist von den good oder bad news, die er über Bordeaux zu berichten hat. Wie auch immer: die für viele Beobachter unverständlich hohen Bewertungen Parkers haben einer zunächst holprigen Kampagne zu einer überraschenden Dynamik verholfen. Die Preis-Explosion von Lafite nach dem „crazy tuesday“ war ein beeindruckendes Startsignal für eine wundersame Preisrallye, die inzwischen auch andere Weine erfasst hat. So kamen z.B. Château Margaux und Château Pontet Canet in der zweiten Tranche mit deutlich höheren Preisen heraus. Heute läutete Château Ducru Beaucaillou, ein zweites Gewächs aus St. Julien, schliesslich das Finale der Kampagne ein. Der Grand Vin wurde zu einem Preis lanciert, der 20, 2 Prozent über dem des Vorjahres liegt. Das ist die bislang höchste Preissteigerung der Kampagne. Und der Handel zeigte sich darüber verärgert. Twitter-Zitate internationaler Händler von heute: frech, gierig, schockierend.

Verständlich; denn letztendlich ist die hohe Parker-Note von 96 – 98 die einzige Rechtfertigung für diese Preisidee. So mancher machte von seiner Allocation garnicht erst Gebrauch sondern handelt den Wein nur auf Anfrage. Ducru folgt damit wie eine Reihe anderer von Parker favorisierte Güter nicht der Vorgabe der Premiers, sondern allein Parker. Die Premiers waren gleich zu Beginn der Kampagne mit hohen Preisabschlägen herausgekommen und damit auch ohne Parker-Noten gut ins Rennen gestartet. Mit dem Ducru-Preis beträgt die Spanne zwischen dem grössten Abschlag (Moutons – 59 %) und dem höchsten Aufschlag jetzt knapp 80 Prozentpunkte. So etwas hat es noch nie zuvor gegeben und ich befürchte, das wird noch nicht alles gewesen sein. Man darf gespannt sein ob das funktioniert und zu welchem Preis dann Leoville LasCases herauskommen wird, der als letzter grosser Name auf dem linken Ufer noch fehlt, und auch die Spitzen von St. Emilion Ausone, Cheval blanc, Pavie sowie das Pomerol-Trio Pétrus, Le Pin und Lafleur.
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