Subskription 2011
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Donnerstag, 28.07.2010 - Bordeaux Arrivage 09 (#1)
Bei einigen deutschen Discountern sind die ersten roten Bordeaux Weine des Jahrgangs 2009 angekommen. Ich habe sie gekauft und probiert. Auftakt für eine Serie von Arrivage-Berichten im Planet Bordeaux, die sich von jetzt an in loser Folge bis ins Jahr 2012 hinziehen wird. Natürlich handelt es sich bei diesen Weinen um sehr einfache Bordeaux A.C. aus dem Preissegment unter 5 Euro. Aber die Botschaft des Mega-Jahrgangs lautet: höchste Qualität auf allen Ebenen.



Das schlägt sich derzeit bei der Subskription für die Spitzengewächse in Rekordpreisen nieder. Am unteren Ende der Qualitätspyramide sind die Preise dagegen gleichzeitig für die einfachen Tank- und Fassware total in den Keller gerutscht und zwar auf einen Preis von 72 Cent der Liter. Ein tonneau (900 Liter) kostet 650 Euro so viel wie eine einzige Flasche Premier Cru. Andererseits macht diese Situation es möglich dem Endverbraucher Weine aus einem Spitzenjahrgang zu Preisen zwischen zwei und vier Euro anzubieten. Allerdings bietet die fabelhafte Qualität des Jahrgangs dem Konsumenten keine Garantie für eine entsprechende Qualität in der Flasche. Preislich liegen die drei getesteten Weine (Durchschnittspreis: 2,99 Euro) nahe beieinander, qualitativ trennen sie Welten; denn während die beiden Bordeaux A.C. ohne Châteaux allenfalls als trinkbar eingestuft werden können, bietet der Château Les Maurins aus dem Penny-Angebot überraschend viel Wein für kleines Geld.



Im Jahrgang 2008 habe ich den Vorgänger dieses Weins mit sehr mageren 70 Punkten bewertet. Damals handelte es sich um eine Abfüllung der Eschenauer-Firma Cave de Landiras. In diesem Jahr dagegen ist es eine Château-Abfüllung mit Korkbrand und Jahrgang. Wenn ich das Kleingedruckte auf dem Etikett richtig interpretiere, wurde der Wein mit einer mobilen Füllanlage von Caves de Landiras (CDL) gefüllt. Wie man mir sagte, ein in Bordeaux durchaus übliches Verfahren.

2009 Château Les Maurins
Bordeaux A. C., S.A.R.L. Vignobles Lavaud, Pellegrue, Medaille d´Or Concours Général Paris 2010, 14 % Vol. Alkohol. Naturkork mit Korkbrand und Jahrgang.

Dunkles rubinrot. Nase mit dunkler Beerenfrucht und zarter Rauchnote. Am Gaumen deutlich voluminöser, alkoholischer und fetter. Schöne Süsse, etwas Bitterschokolade, deutliche Reife der Frucht. Für einen Wein dieser Preiskategorie sehr respektabel. Eine Goldmedaille halte ich dennoch für übertrieben. Für den Preis ist er aber absolut empfehlenswert. 83/100

Bezugsquelle: Penny, 3,99 Euro

2009 Bordeaux A. C.
CDL Négociant, Landiras,13 % Vol. Alkohol. Kunststoffverschluss

Rubinrot. Verhaltene Nase. Rote Frucht, etwas Würze. Am Gaumen etwas besser strukturiert , kleine Süsse, etwas Sauerkirsche und rote Beerenfrüchte etwas länger im Abgang, etwa besser strukturiert. Für den Preis kann man auch nicht mehr erwarten. 74/100

Bezugsquelle: Penny, 2,49 Euro

2009 Bordeaux A.C.
Abfüller und Vertrieb Vineris in Moers, getestet von TWQ Qualitätsmanagement. 12,5 % Vol. Alkohol. Kunststoffverschluss.

Mittleres rubinrot. Nase mit einem leidlichen Sauerkirschduft. Am Gaumen sauber mit einer kleinen marmeladigen Süsse, ansonsten flach und sehr kurz. Der Wein ist trinkbar, mehr nicht. Morgen werde ich ihn seiner finalen Bestimmung zuführen: roter Cola Schoppen mit viel Eis.70/100

Bezugsquelle: Lidl, 2,49 Euro

Laut Rückenetikett handelt es sich um einen „exklusiven Wein“ aus „einer der besten Wein-Regionen der Welt“. Solche hochtrabenden Sprüche, hinter denen sich dann ein solch unscheinbares Weinchen abgefüllt keineswegs in Bordeaux sondern im niederrheinischen Moers verbergen, sind genau das Grundproblem von Bordeaux. Hinzu kommt, dass das Qualitätssiegel des Instituts für Qualitätsmanagement (TWQ) signalisiert, es handele sich hierbei um eine besonders streng geprüfte Qualität. Bin wirklich gespannt, ob es dem CIVB gelingen wird, solche mageren Billig-Tropfen künftig aus dem Markt zu eliminieren.
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