Subskription 2011
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Donnerstag, 19.04.2005 - Augenmass
Peter Moser, Chefredakteur des Wiener Falstaff-Magazins, ist deutlich vorsichtiger mit seinen Bewertungen für den Jahrgang als der Decanter Er sieht nur 35 Weine bei 90 oder mehr Punkten. Im Gegensatz zu den frivolen Noten der Angelsachsen hat das Augenmass und wird dem Jahrgang sehr viel mehr gerecht. Die Fünf-Sterne Kategorie (= 95 ? 100 oder 19 ? 20) gibt es 2004 einfach nicht oder allenfalls als Wunschtraum mancher Erzeuger und Händler.

Nur zwei Weine an der Spitze von Mosers Bewertungstabelle kratzen an die 95 Punkte: Château Latour und Château Montrose. Dahinter folgen vier Weine mit 92 ? 94 Punkten, elf Weine mit 91 ? 93 Punkten und 18 Weine mit 90 ? 92 Punkten. Hier die Beschreibungen seiner sechs absoluten Jahrgangs-Favoriten vorab:
93-95 Punkte

Château Latour 2004

Tiefdunkles Rubingranatg, opaker Kern, violette Reflexe, in der Nase zunächst sehr verhalten, zarte dunkle Beerennoten, ein Hauch Orangenschalen, am Gaumen monolithisch, noch streng, dabei süß und vielschichtig, enorme Länge, bleibt minutenlang haften, tabakige Würze, dunkle Schokolade. Sehr klassische Stilistik, wird dennoch bereits in etwa fünf Jahren antrinkbar sein, herrliche Süße im Rückgeschmack.


92-94+ Punkte

Château Montrose 2004

Tiefdunkles Rubingranat, violette Reflexe, breitere Randaufhellung, in der Nase herrliches mineralisches Veilchenparfum, dunkle Weichselfrucht, fast ein wenig nach Moncherie, gewürzig, ein Hauch von Vintage Port, am Gaumen stoffig, komplex, frische Kirschen klingen an, feste Tannine, anhaltend und saftig, ein sehr attraktiver Stil, hat das Zeug zu einem ?Wein des Jahres?.

92-94 Punkte

Château Ausone 2004

Der Primus inter pares in St.-Emilion: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern violette Reflexe, zarte Randaufhellung, in der Nase zunächste tewas scheu, dann folgt eine sehr klare dunkle Frucht, unterlegt von einer Vielfalt von Gewürzen, am Gaumen sehr kompakt, eine Rüstung aus Tanninen, die bei aller Massivität aber süß sind, Schokolade im Hintergrund, wirkt natürlich noch etwas streng,zeigt aber bereits eine beeindruckende Länge, wieder eine dunkle Beerenfrucht im Nachhall, großes Entwicklungspotenzial. Ein sehr maskuliner Wein im Vergleich mit Cheval Blanc.

Château Pavie 2004

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern violette Reflexe, zarte Randaufhellung, in der Nase herrliches Weichselkonfit, angenehmes Brombeergelée, zarter Nougathauch, am Gaumen nach frische Kirschen, darunter ein massiver, süßer Tanninblock, sehr klassisch angelegt, bleibt sehr gut haften, wird einige Jahre brauchen, um sich zu perfektioniern. Zählt ohne Zweifel zu den Jahrgangsbesten am rechten Ufer.

Château Pétrus 2004 Pomerol

Dunkles Rubingranat, jugendliche Reflexe., violetter Rand, in der Nase sehr feine Nuancen von Walderdbeeren, Orangen, zart nach Lakritze, Zimtstangen, am Gaumen sehr elegant, rotbeerige, etwas schlankere Stilistik, festes Tanningerüst, das fast unbemerkt bleibt, weil es süß ist, gute Länge, reife Herzkirschen im Nachhall. sahniger Rückgeschmack, ebenso klassisch. Zeigt eine perfekte Harmonie.

L?Eglise Clinet 2004 Pomerol

Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, in der Nase in der Nase feine rotbeerige Frucht, angenehme Gewürznoten, zarter Nougattouch, am Gaumen finessenreich, feste Tanninstruktur, zeigtt bereits eine tolle Länge, breite Schultern, kompakt, opulente dichte Frucht im Nachhall, Bitterschoko im Rückgeschmack, ein starker Wein, der einiges zu bieten hat. Ein potenzieller Klassiker.


Die vollständige Liste der Primeur-Notizen von Peter Moser gibt es ab nächster Woche auf den Seiten des Falstaff.
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