Subskription 2011
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Donnerstag, 18.10.2009 - "NullNeun" wird das Jahr der Chinesen
Einige Experten des internationalen Weinhandels wie Bergitta Reiss, Chefin des Online-Handelshauses Château Classic in Bordeaux, oder James Miles, Geschäftsführer von Liv-ex in London, sind der Ansicht, dass in Bordeaux 2009 das „Jahr der Chinesen“ sein wird. Vieles spricht dafür, dass diese Prognose Realität werden könnte. Sollte der Jahrgang 2009 tatsächlich alle jetzt in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen, wäre der “Nullneuner“ der prestigeträchtigste Jahrgang mit der Endziffer 9 seit Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 noch über 1959 und 1989. Den Gesetzen des chinesischen Prestigedenkens zufolge wäre er damit der ideale Wein um in zehn oder 20 Jahren den 70. und 80. oder vielleicht sogar 2049 den 100. Geburtstag des Landes zu zelebrieren. China-Kennerin Bergitta Reiss: „Man sollte solche emotionalen Momente nicht ausser Acht lassen.“ Bislang waren chinesische Käufer vor allem an grossen älteren Jahrgängen aus Bordeaux interessiert. 2009 könnte zum ersten Jahrgang werden, bei dem sie sich im kommenden Frühjahr auch en primeur in grossem Stil engagieren könnten mit unabsehbaren Folgen für die Preisgestaltung.

Laut David Elswood vom Auktionshaus Christie´s kamen bei den Versteigerungen der ersten Jahreshälfte in New York, London und Hong Kong 61 Prozent der Käufer aus Asien. Allein die Zahl der Käufer aus Hong Kong, Taiwan und der VR China sei innerhalb eines Jahres um 200 Prozent gestiegen und dürfte in Zukunft noch grösser werden.Noch werde der chinesische Markt vor allem von Château Lafite Rothschild angetrieben, aber es sei interessant zu sehen, dass die Nachfrage begonnen hat sich stärker zu diversifizieren.

China hat die derzeitige weltweite Wirtschaftskrise wesentlich schneller und besser überwunden als die klassischen europäischen Bordeaux-Märkte oder auch die USA. Während z.B. in Deutschland die Zahl der Milliardäre von 122 auf 99 zurückging, stieg sie in China von 101 im Jahr 2008 auf 130 in diesem Jahr. Nur in den USA gibt es mehr solche Superreiche. Insgesamt stieg das Vermögen der 1000 reichsten Chinesen um 130 Milliarden auf 571 Milliarden Dollar. "Chinas Reichtum wächst mit halsbrecherischem Tempo", so Rupert Hoogewerf, der Verfasser der Reichen-Liste. Nach seiner Ansicht liegt die tatsächliche Zahl der Milliardäre liege vermutlich sogar doppelt so hoch nämlich bei 260.

Gleichzeitig berichtet der Wine and Spirit Education Trust (WSET) über einen wahren Boom in Wine Education im ganzen asiatischen Raum vor allem aber in China. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es solche Wachstumsraten bei den Kursteilnehmern wie in der Volksrepublik. Weinwissen gilt vor allem bei den jungen erfolgreichen Aufsteigern als d e r ultimate life style kick. „In den letzten Jahren sind hier“, so Fongyee Walker, die in Beijing das WSET Center leitet, „ 18 neue WSET Center entstanden.“

Letztlich zahlt sich da auch aus, dass sich die Bordelaiser Winzer um keinen Markt so intensiv bemüht haben wie um China. Kein bedeutender Erzeuger, der dort nicht Jahr für Jahr persönlich Flagge zeigt. Dagegen hat die deutsche Weinwirtschaft ihre Aktivitäten in China weitgehend aufgegeben.

Während der Export von Weinen aus Bordeaux in den vergangenen eineinhalb Jahren auf den meisten westlichen Märkten dramatisch eingebrochen ist, hielt der Boom für die Bordelaiser Weine in Fernost unvermindert an. Die Exporte nach China stiegen im gleichen Zeitraum um 62 Prozent und nach Hongkong um 16 Prozent. Weine aus Frankreich machen heute laut grape wall of china 40 Prozent des chinesischen Weinimports aus. Gefolgt von Australien mit 20 bis 22 Prozent und den USA mit zehn Prozent.
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